Pressemitteilung 15066

[20.02.2007] Pressemitteilung 15066


Pressemitteilung der GWW

GWW erhält Kooperationspreis auf der 27. Werkstätten:Messe in Nürnberg


Gärtringen, 22.02.2007

Für seine Kooperation mit RUKU, dem Marktführer bei Festzeltgarnituren und Biergartenmöbel hat die GWW am 22. Februar auf der 27. Werkstättenmesse in Nürnberg den begehrten „Kooperationspreis für eine vorbildliche Partnerschaft zwischen einer Werkstatt und eines Betriebs der Erwerbswirtschaft“ erhalten. Geschafft werden dadurch 60 neue Arbeitsplätze im neuen Werk in Holzgerlingen.

Die GWW - Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH ist mit der RUKU GmbH & Co. KG. aus Illertissen, dem Marktführern bei Festzeltgarnituren und Biergartenmöbel 2006 eine Kooperation eingegangen: Die GWW übernimmt die komplette Fertigung der Festzeltgarnituren und RUKU konzentriert sich alleinig auf den Vertrieb. Mit dieser Arbeitsteilung erhofft man sich gemeinsam erfolgreich am Markt bestehen zu können. In dem neuen Werk der GWW in Holzgerlingen werden auch 60 neue Arbeitsplätze für behinderte Menschen geschaffen. Durch diese Kooperation erfolgt von RUKU auch eine Rückverlagerung von Arbeitsplätzen, welche in den 80ziger Jahren ins Ausland verlagert wurden.

Dieses Kooperationsprojekt wurde auf der 27. Werkstätten:Messe in Nürnberg mit dem Kooperationspreis ausgezeichnet. Aus Sicht der Jury besonders positiv sind die enge wirtschaftliche Verzahnung, die gemeinsamen Investitionen und die optionale Erweiterung der Zusammenarbeit auf ähnliche Produkte, was dem Projekt eine viel versprechende Perspektive gibt. Es könne fast schon von einem „gemeinsamen" Unternehmen gesprochen werden. Ebenfalls gelobt wurde die Zusammenarbeit von Werkstatt-, Integrations- und gewerblichen Mitarbeitern, mit dem ein sehr hoher „Normalisierungsgrad" der Beschäftigung gemessen am ersten Arbeitsmarkt erreicht werde.

Die GWW hatte mit 20.000 Einheiten zeitweise in Deutschland selber einen Marktanteil von zehn Prozent bei Festzeltgarnituren. Als dieser infolge des zunehmenden Wettbewerbs aus den östlichen EU-Ländern zurückging und gleichzeitig umfangreiche Ersatzinvestitionen notwendig wurden, entschied sich die GWW zur Suche nach einem Kooperationspartner. Marktführer RUKU machte sich ebenfalls Gedanken über eine Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland: Ungünstige Währungsentwicklungen in Tschechien sowie die hohen Logistikkosten und Mautgebühren machten den Standort Deutschland wieder interessant. Beide Partner entschieden sich für eine Kooperation und im Juni 2006 begann die Zusammenarbeit. In einer gemeinsamen Projektgruppe wurde die Machbarkeit unter den Aspekt Technik und Investitionen, Personalbedarf und Logistik, sowie Beschaffung und Vertrieb untersucht. Heraus kam eine Kooperation mit einer partnerschaftlichen Arbeitsteilung: Die GWW übernimmt die gesamte Fertigung des unter der Marke RUKU optimierten Produktes, jährlich rund 60.000 Festzeltgarnituren; die Firma RUKU ist zuständig für den Vertrieb. Hierzu werden zu gleichen Teilen gemeinsam ca. 6,6 Mio. Euro Investitionen getätigt. RUKU holt seine nach Tschechien ausgelagerte Produktion zurück nach Deutschland und überträgt die Fertigung vollständig der GWW. Es ist außerdem geplant, die Fertigung in den nächsten drei Jahren um ein Drittel auf 80.000 Garnituren zu steigern und die Zusammenarbeit auf weitere Großserienprodukte auszuweiten.

Insgesamt sollen so bei der GWW vorerst neue Arbeitsplätze für rund 30 behinderte Mitarbeiter aus der Werkstatt für behindere Menschen (WfbM), sowie 15 Arbeitsplätze für beschäftigte des Integrationsprojektes FEMOS (eine 100%ige Tochter der GWW) und 15 Arbeitsplätze für bisherige ALGII-Empfänger, die alle mit nicht behinderten Arbeitnehmern zusammen arbeiten.
Das Projekt steht unter Volldampf, denn Anfang März soll der Probelauf für die gesamte Fertigung starten. Bis dahin muß der umfangreiche Maschinenpark stehen, denn zukünftig werden die bisher zugekauften Platten komplett selbst gefertigt. Die Anlagentechnologie zur Herstellung der Gestelle, der Holzbearbeitung und Pulverbeschichtung ist auf dem neuesten technischen Stand und auch dadurch verspricht man sich Wettbewerbsvorteile. Auch das Energiekonzept kann sich sehen lassen. Die bei der Holzbearbeitung anfallenden Späne werden zur Energieerzeugung für die Pulverbeschichtungsanlage verwendet, sodass hier kaum ein zusätzlicher Energiebedarf notwendig ist.

Auch die räumlichen Dimensionen sind für die GWW neu: Die Fläche für die Plattenfertigung, Pulverbeschichtung und Lager beträgt 3.100 qm, Montage 1.200 qm. Die Gestellfertigung, die weiterhin in Herrenberg bleibt, verfügt jetzt über eine Fläche von 1.000 qm. Zukünftig werden hier sechs Schweißroboter für die notwendige Qualität sorgen.
Mit diesem mutigen Schritt hat man die bisherigen Arbeitsplätze bei der Fertigung der Festzeltgarnituren gesichert und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und die in einem rasanten Tempo – quasi von Null auf Hundert in nur neun Monaten.

Bild01
Montage
In Sindelfingen werden die letzten Festzeltgarnituren montiert, während in
Holzgerlingen die neuen Montagevorrichtungen installiert werden.

Bild02
Lager
Das neue Lager ist schon in Betrieb und kann bis zu 6.000 Festzeltgarnituren fassen.

Bild03
Pulverbeschichtung
Die neue Pulverbesschichtungsanlage ist schon in ihren Dimensionen zu erkennen.


Weitere Informationen:
www.gww-netz.de
www.ruku.de
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