Pressemitteilung 15057

[12.09.2006] Pressemitteilung 15057


Pressemitteilung GWW

Dr. Eberhard Haller, Sindelfinger Werkleiter der DaimlerChrysler AG, besichtigte bei der GWW – Gemeinnützige Werkstätten & Wohnstätten GmbH in Sindelfingen die Fertigung der Seitenscheiben für die neue CL-Klasse


Dr. Eberhard Haller besuchte in der Anlaufphase die Seitenscheibenfertigung der neuen CL-Klasse. Nach langjähriger Zusammenarbeit vertraut damit DaimlerChrysler auch bei der Fertigung des neuesten Luxus-Coupés auf die Mitarbeit der GWW. Dies ist keine gewöhnliche Zusammenarbeit, denn die Leistungen der GWW werden von Menschen mit Behinderung erbracht.


Sindelfingen, 12.09.2006

Dr. Eberhard Haller ist bei der GWW ein gern gesehener Gast. Am heutigen Dienstag besucht er zum Serienanlauf der CL-Klasse die Werkstatt in Sindelfingen. Er will sich selbst davon überzeugen, wie die GWW die komplexen Anforderungen an das Produkt behindertengerecht umgesetzt hat.

Bevor es jedoch soweit war, mussten in gemeinsamer Arbeit die notwendigen Vorarbeiten gemeistert werden. Bereits im November 2003 begann das Projekt „Seitenscheiben C 216“. Auf Grund der Erfahrungen beim Vorgängermodell – auch dies wurde bei der GWW gefertigt – konnte die Arbeit gezielt angegangen werden. So wurden zuerst die Abweichungen zum Vorgänger und die notwendigen Fertigungstechniken abgeklärt. Danach wurde in der Entwicklungsabteilung der GWW die Vergussanlage und alle weiteren Vorrichtungen konstruiert und anschließend in den GWW-Werkstätten gefertigt. Denn Maschinen, die die GWW für diese Aufträge der DaimlerChrysler AG benötigt, werden von herkömmlichen Maschinen- und Anlagenbauern standardmäßig nicht angeboten.

In der Vergussanlage werden Metallhalter und Glasscheibe in Position gebracht und miteinander vergossen. Dabei muss die Glasscheibe exakt positioniert werden, damit später beim Fahren keine Pfeifgeräusche aufkommen. Bei der GWW werden aber nicht nur die Scheiben vergossen, sondern auch die benötigten Halter gefertigt und alle notwendigen Dichtelemente montiert. Die Scheibe wird fix und fertig ans Band von DaimlerChrysler angeliefert. Dort wird sie eingebaut und feinjustiert.

Im Laufe der Projektdauer werden auch Versuche durchgeführt. Diese führen hin und wieder zu Konstruktionsänderungen oder auch zum Einsatz von anderen Materialien. Die Seitenscheiben werden nach klar festgelegten Kriterien auf Herz und Nieren geprüft, denn mit dem ersten Kundenfahrzeug muss die bewährte Mercedes-Qualität sichergestellt sein.

Damit auch wirklich alles reibungslos klappt, lassen die Automobilbauer ihre Zulieferer nach der Norm des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie VDA 6.1 zertifizieren, was wesentlich höhere Anforderungen an den Lieferanten stellt als die allgemein bekanntere DIN EN ISO 9001:2000-Norm.

Die GWW hat sich dieser Herausforderung gestellt und ist in allen Werkstätten, in denen für die Automobilindustrie gearbeitet wird, nach der VDA-Norm zertifiert. Es ist für die GWW selbstverständlich, sich immer neuen Herausforderungen zu stellen, um auch zukünftig die Arbeitsplätze von behinderten und nicht behinderten Menschen zu sichern.

Mit dem Start der Seitenscheibenfertigung der CL-Klasse wurden Arbeitsplätze für ca. zehn behinderte Mitarbeiter geschaffen - von der Halterfertigung bis zur Montage der Scheiben. In Sachen Qualität überlässt die GWW nichts dem Zufall. An zwei Endmontage- und Endkontrollplätzen überprüfen Mitarbeiter jede Scheibe vor der Auslieferung an DaimlerChrysler.

Dr. Eberhard Haller stellte fest, dass sich DaimlerChrysler und GWW von Auftrag zu Auftrag angenähert haben und sagte wörtlich: „Sie haben unsere Qualitätsmaßstäbe umgesetzt und wir haben gelernt, wo Ihre Stärken liegen“ und weiter „Aus heutiger Sicht dürfen wir mit Stolz feststellen: die GWW kann sich mit der gelieferte Qualität mit jedem anderen Wirtschaftsunternehmen problemlos messen“. Wichtig war ihm auch noch die soziale Verantwortung seines Unternehmen und sagte hierzu: „Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass wir uns gerne der sozialen Verantwortung stellen und an der Zusammenarbeit festhalten wollen“. So eine Aussage hört jeder Lieferant gern und ganz besonders die GWW, werden doch dadurch Arbeitsplätze für behinderte Menschen in den Werkstätten Calw, Nagold, Sindelfingen und Herrenberg gesichert.


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Seite zuletzt geändert am: 29.08.2007