Pressemitteilung 15073
[15.06.2007] Pressemitteilung 15073
Pressemitteilung GWW
Modellprojekt für Integration geht an den Start
GWW weitet Geschäftstätigkeit für Festzeltgarnituren auf industrieller Basis mit privaten Partnern aus.
Gärtringen, 15.06.2007
Ein landesweit einzigartiges Kooperations- und Integrationsprojekt wird am 15.06.2007 an den Start gehen. Ministerpräsident Günther H. Oettinger macht sich selbst ein Bild von diesem ungewöhnlichem Industrieprojekt und wird persönlich zusammen mit Landrat Bernhard Maier den Start der neuen industriellen Festzeltgarniturenfertigung in der Trägerschaft der GWW in Holzgerlingen vornehmen.
Selbstbestimmung und Teilhabe sind die programmatischen Leitlinien der Sozialgesetze. Menschen, die nicht gleichartig aber gleichwertig sind, den Zugang zu sinnstiftendem Arbeiten und Leben zu geben, das sind die Geschäftsgrundlagen der GWW (Gemeinnützige Wohn- und Werkstätten GmbH Sindelfingen). Auf dieser Basis finden in ihrem Geschäftsbereich in den Landkreisen Böblingen und Calw seit über 30 Jahren Menschen mit Behinderungen Beschäftigung und Integration in das gesellschaftliche Leben.
„Menschen mit Behinderung brauchen kein Mitleid, sondern Solidarität. Menschen wollen gebraucht werden und Menschen mit Behinderung ebenso. Auch ihre Arbeit sollte gesellschaftlich verwertbare Ergebnisse haben, auch ihre Arbeit soll der Sicherung des Lebensunterhaltes und der Stärkung des Selbstwertgefühls dienen. Dieser Teilhabeanspruch bedarf der politischen Gestaltung, bedarf Innovation und zukunftsweisender Projekte. Das ist unser Anspruch und dafür muss man auch neue Wege gehen“, so der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der GWW Landrat Bernhard Maier.
Ein solches Projekt wird am 15.06.2007 mit einer neu eingerichteten industriellen Festzeltgarniturenfertigung in Kooperation mit der Firma RUKU GmbH & Co. KG in Holzgerlingen gestartet.
Neben wichtigen Zulieferaufträgen aus der Automobilindustrie, mechanischer Fertigung und verschiedenen Dienstleistungsaufgaben gehörte die Produktion von Festzeltgarnituren bisher schon zum Geschäftsfeld der GWW, die mit 20.000 Garnituren zeitweise in Deutschland einen Marktanteil von 10 % inne hatte. Als dieser in Folge des zunehmenden Wettbewerbs aus den östlichen EU-Ländern zurückging und gleichzeitig umfangreiche Ersatzinvestitionen notwendig wurden, entschied sich die Geschäftsleitung zur Suche nach einem Kooperationspartner. Marktführer RUKU machte sich ebenfalls Gedanken über eine Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland: Ungünstige Währungsentwicklungen in Tschechien, sowie die hohen Logistikkosten und Mautgebühren machten den Standort Deutschland wieder interessant.
Beide Unternehmen unterschiedlicher Philosophie, hier die Sozial- und dort die Gewinnorientierung, entschieden sich im Juni für eine Kooperation: Zukünftig wird man gemeinsam am Markt agieren, dies war die Geburtsstunde der neuen industriellen Festzeltgarniturenanfertigung in Holzgerlingen mit einem bemerkenswerten, sozialpolitischen und wirtschaftlichen Hintergrund.
Die gebündelten Interessen und Stärken des einzelnen Partner nutzen, ist die Devise dieser Kooperation. Bei der GWW wird die komplette Fertigung des unter der Marke RUKU optimierten Produktes (jährlich rund 60.000 Festzeltgarnituren) abgewickelt und RUKU ist zuständig für den Vertrieb. Hierzu wurden zu gleichen Teilen ca. 7 Mio. Euro Investitionen getätigt und es entstand eine Fertigung auf dem neusten technischen Stand – von der Plattenfertigung für hochwertige Tische und Bänke bis zur Herstellung und Pulverbeschichtung der Gestelle.
Das Besondere aber ist die enge wirtschaftliche Verzahnung und der neue Weg bei der Zusammenarbeit von Werkstatt-, Integrations- und gewerblichen Mitarbeitern, in folge dessen am freien Markt benachteiligten Menschen ein sehr hoher „Normalisierungsgrad“ der Beschäftigung gemessen am ersten Arbeitsmarkt erreicht wird. Mit diesem Projekt entstehen
Dieses einzigartige Kooperations- und Integrationsmodell findet auch das Interesse der Politik. Ministerpräsident Günther H. Oettinger machte sich ein eigenes Bild von den neuen Wegen, die hier begangen werden. Wörtlich erklärte: „Dieses Modellprojekt ist in seiner Struktur einzigartig. Hier wird unternehmerisches Handeln mit sozialem Engagement in Einklang gebracht. Es werden Arbeitsplätze geschaffen, mit denen der Zusammenhalt mit behinderten Arbeitnehmern im solidarischen Sinne entsteht und gefestigt wird.“
In der Umsetzung dieses Projektes sind für die GWW neben ihrem Kooperationspartner weitere glückliche Umstände zusammengekommen. Mit der Firma KD Sondermaschinen GmbH mit Ihrem Inhaber Robert Krauß hat man einen Vermieter gefunden, der nicht nur die geeigneten Räumlichkeiten bereit stellt, sondern auch ein Herz für dieses Integrationsmodell aufweist und mit dem sich weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit anbahnen.
Die räumlichen Dimensionen sind für die GWW neu: Die Fläche für die Plattenfertigung, Pulverbesichtung und Lager beträgt 3.100 qm und die Montage liegt bei 1.200 qm. Die Gestellfertigung verbleibt weiterhin in Herrenberg und verfügt jetzt über eine Fläche von 1.000 qm. Zukünftig werden hier sechs Schweißroboter für die notwendige Qualität sorgen.
Das Energiekonzept kann sich ebenfalls sehen lassen. Die bei der Holzbearbeitung anfallenden Späne werden zur Energieerzeugung für die Pulverbeschichtungsanlage verwendet, so dass hier kaum ein zusätzlicher Energiebedarf notwendig sein wird.
Auf der 22. Werkstättenmesse in Nürnberg (die größte ihrer Art in Europa) wurde 2007 dieses Kooperationsmodell vorgestellt und mit dem begehrten Preis „exzellent:kooperation“ ausgezeichnet. Dieser Preis steht für eine vorbildliche Partnerschaft zwischen einer Werkstatt für behinderte Menschen und einem Betrieb der Erwerbswirtschaft und soll Nachahmer ermuntern.
Landrat Bernhard Maier bedankte sich beim Geschäftsführer der GWW, Herrn Rainer Knapp und den Gesellschaftern für diesen mutigen Schritt in eine innovative gemeinsame Zukunft. „Ich wünsche all denen, die an diesem landesweitem Modellprojekt beteiligt sind den notwendigen wirtschaftlichen Erfolg und damit die dauerhafte Sicherung von Arbeitsplätzen für behinderte und benachteiligte Menschen“, so der Landrat abschließend.
Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier:
Zahlen – Daten – Fakten zur Kooperation GWW – RUKU
Zahlen – Daten – Fakten zur GWW
Organigramm GWW
Geschichte der GWW
Pressemitteilung GWW
Modellprojekt für Integration geht an den Start
GWW weitet Geschäftstätigkeit für Festzeltgarnituren auf industrieller Basis mit privaten Partnern aus.
Gärtringen, 15.06.2007
Ein landesweit einzigartiges Kooperations- und Integrationsprojekt wird am 15.06.2007 an den Start gehen. Ministerpräsident Günther H. Oettinger macht sich selbst ein Bild von diesem ungewöhnlichem Industrieprojekt und wird persönlich zusammen mit Landrat Bernhard Maier den Start der neuen industriellen Festzeltgarniturenfertigung in der Trägerschaft der GWW in Holzgerlingen vornehmen.
Selbstbestimmung und Teilhabe sind die programmatischen Leitlinien der Sozialgesetze. Menschen, die nicht gleichartig aber gleichwertig sind, den Zugang zu sinnstiftendem Arbeiten und Leben zu geben, das sind die Geschäftsgrundlagen der GWW (Gemeinnützige Wohn- und Werkstätten GmbH Sindelfingen). Auf dieser Basis finden in ihrem Geschäftsbereich in den Landkreisen Böblingen und Calw seit über 30 Jahren Menschen mit Behinderungen Beschäftigung und Integration in das gesellschaftliche Leben.
„Menschen mit Behinderung brauchen kein Mitleid, sondern Solidarität. Menschen wollen gebraucht werden und Menschen mit Behinderung ebenso. Auch ihre Arbeit sollte gesellschaftlich verwertbare Ergebnisse haben, auch ihre Arbeit soll der Sicherung des Lebensunterhaltes und der Stärkung des Selbstwertgefühls dienen. Dieser Teilhabeanspruch bedarf der politischen Gestaltung, bedarf Innovation und zukunftsweisender Projekte. Das ist unser Anspruch und dafür muss man auch neue Wege gehen“, so der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der GWW Landrat Bernhard Maier.
Ein solches Projekt wird am 15.06.2007 mit einer neu eingerichteten industriellen Festzeltgarniturenfertigung in Kooperation mit der Firma RUKU GmbH & Co. KG in Holzgerlingen gestartet.
Neben wichtigen Zulieferaufträgen aus der Automobilindustrie, mechanischer Fertigung und verschiedenen Dienstleistungsaufgaben gehörte die Produktion von Festzeltgarnituren bisher schon zum Geschäftsfeld der GWW, die mit 20.000 Garnituren zeitweise in Deutschland einen Marktanteil von 10 % inne hatte. Als dieser in Folge des zunehmenden Wettbewerbs aus den östlichen EU-Ländern zurückging und gleichzeitig umfangreiche Ersatzinvestitionen notwendig wurden, entschied sich die Geschäftsleitung zur Suche nach einem Kooperationspartner. Marktführer RUKU machte sich ebenfalls Gedanken über eine Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland: Ungünstige Währungsentwicklungen in Tschechien, sowie die hohen Logistikkosten und Mautgebühren machten den Standort Deutschland wieder interessant.
Beide Unternehmen unterschiedlicher Philosophie, hier die Sozial- und dort die Gewinnorientierung, entschieden sich im Juni für eine Kooperation: Zukünftig wird man gemeinsam am Markt agieren, dies war die Geburtsstunde der neuen industriellen Festzeltgarniturenanfertigung in Holzgerlingen mit einem bemerkenswerten, sozialpolitischen und wirtschaftlichen Hintergrund.
Die gebündelten Interessen und Stärken des einzelnen Partner nutzen, ist die Devise dieser Kooperation. Bei der GWW wird die komplette Fertigung des unter der Marke RUKU optimierten Produktes (jährlich rund 60.000 Festzeltgarnituren) abgewickelt und RUKU ist zuständig für den Vertrieb. Hierzu wurden zu gleichen Teilen ca. 7 Mio. Euro Investitionen getätigt und es entstand eine Fertigung auf dem neusten technischen Stand – von der Plattenfertigung für hochwertige Tische und Bänke bis zur Herstellung und Pulverbeschichtung der Gestelle.
Das Besondere aber ist die enge wirtschaftliche Verzahnung und der neue Weg bei der Zusammenarbeit von Werkstatt-, Integrations- und gewerblichen Mitarbeitern, in folge dessen am freien Markt benachteiligten Menschen ein sehr hoher „Normalisierungsgrad“ der Beschäftigung gemessen am ersten Arbeitsmarkt erreicht wird. Mit diesem Projekt entstehen
- ca. 30 zusätzliche WfbM Arbeitsplätze
- ca. 15 Arbeitsplätze für Beschäftigte des Integrationsprojektes Femos
- ca. 15 Arbeitsplätze für bisherige ALG II-Empfänger
Dieses einzigartige Kooperations- und Integrationsmodell findet auch das Interesse der Politik. Ministerpräsident Günther H. Oettinger machte sich ein eigenes Bild von den neuen Wegen, die hier begangen werden. Wörtlich erklärte: „Dieses Modellprojekt ist in seiner Struktur einzigartig. Hier wird unternehmerisches Handeln mit sozialem Engagement in Einklang gebracht. Es werden Arbeitsplätze geschaffen, mit denen der Zusammenhalt mit behinderten Arbeitnehmern im solidarischen Sinne entsteht und gefestigt wird.“
In der Umsetzung dieses Projektes sind für die GWW neben ihrem Kooperationspartner weitere glückliche Umstände zusammengekommen. Mit der Firma KD Sondermaschinen GmbH mit Ihrem Inhaber Robert Krauß hat man einen Vermieter gefunden, der nicht nur die geeigneten Räumlichkeiten bereit stellt, sondern auch ein Herz für dieses Integrationsmodell aufweist und mit dem sich weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit anbahnen.
Die räumlichen Dimensionen sind für die GWW neu: Die Fläche für die Plattenfertigung, Pulverbesichtung und Lager beträgt 3.100 qm und die Montage liegt bei 1.200 qm. Die Gestellfertigung verbleibt weiterhin in Herrenberg und verfügt jetzt über eine Fläche von 1.000 qm. Zukünftig werden hier sechs Schweißroboter für die notwendige Qualität sorgen.
Das Energiekonzept kann sich ebenfalls sehen lassen. Die bei der Holzbearbeitung anfallenden Späne werden zur Energieerzeugung für die Pulverbeschichtungsanlage verwendet, so dass hier kaum ein zusätzlicher Energiebedarf notwendig sein wird.
Auf der 22. Werkstättenmesse in Nürnberg (die größte ihrer Art in Europa) wurde 2007 dieses Kooperationsmodell vorgestellt und mit dem begehrten Preis „exzellent:kooperation“ ausgezeichnet. Dieser Preis steht für eine vorbildliche Partnerschaft zwischen einer Werkstatt für behinderte Menschen und einem Betrieb der Erwerbswirtschaft und soll Nachahmer ermuntern.
Landrat Bernhard Maier bedankte sich beim Geschäftsführer der GWW, Herrn Rainer Knapp und den Gesellschaftern für diesen mutigen Schritt in eine innovative gemeinsame Zukunft. „Ich wünsche all denen, die an diesem landesweitem Modellprojekt beteiligt sind den notwendigen wirtschaftlichen Erfolg und damit die dauerhafte Sicherung von Arbeitsplätzen für behinderte und benachteiligte Menschen“, so der Landrat abschließend.
Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier:
Zahlen – Daten – Fakten zur Kooperation GWW – RUKU
Zahlen – Daten – Fakten zur GWW
Organigramm GWW
Geschichte der GWW
Ihre Ansprechpartnerin / Ihr Ansprechpartner:
| Telefon | 07034 / 27041-130 |
| Mobil: | 0174 / 31 777 19 |
| Telefax | 07034 / 27041-103 |
Seite zuletzt geändert am: 26.01.2010
