PM_05.2009
[28.04.2009] PM_05.2009
Pressemitteilung GWW
Bilanzpressekonferenz der GWW stand fast ganz im Zeichen der Wirtschaftskrise
Gärtringen, 28.04.2009
Die diesjährige Bilanzpressekonferenz der GWW stand fast ganz im Zeichen der Wirtschaftskrise, denn ein Teil der Aufträge aus den unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen sind eingebrochen. Trotz teilweise starker Auftragsrück-gänge ist die Tagbetreuung der behinderten Mitarbeiter gewährleistet.
Gleich in der Begrüßung betonte Landrat Roland Bernhard, dass die Landkreise den behinderten Menschen „die Stange halten“. „Zahlungen bei der Behindertenhilfe richten sich nicht nach dem Wind“, denn hier hat jeder einzelne einen rechtlichen Anspruch. Diese Aussage war notwendig, denn die Krise macht nicht vor den behinderten Menschen halt und nicht wenige haben Angst um ihren Arbeitsplatz. „Diese Angst ist unbegründet“ betonte Geschäftsführer Rainer Knapp, denn die beiden Aufgabenschwer-punkte Industriekunden und die Betreuung der behinderten Menschen haben keinen direkten Bezug zueinander. Auch ohne Aufträge muss die GWW die Ganztagsbetreuung gewährleisten.
Wirtschaftliche Situation
Hierzu nahm Knapp wie folgt Stellung. Die ersten Anzeichen tauchten im letzten Quartal 2008 auf, als Teilproduktionen für verschiedene Wirtschaftszweige stark eingebrochen sind. So hat man das Wirtschaftsziel für 2008 deutlich verfehlt, aber noch mit einem Plus von 100.000 Euro abgeschlossen. Nach dem bisherigen Verlauf wird man wohl das Jahr 2009 mit einem Verlust abschließen. „Aber wir haben in den vergangenen Jahre ordentlich geschafft“ und Rücklagen gebildet, auf die man jetzt zurückgreifen muss. Dass bei der GWW ordentlich gewirtschaftet wird zeigen auch die Löhne der behinderten Mitarbeiter, welche 2008 im Durchschnitt bei 461 Euro pro Monat lagen und somit weit über dem Bundesdurchschnitt von 146 Euro.
Aber auch positives gibt es von der GWW zu berichten. So konnten trotz Krise sechs Mitarbeiter in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis am allgemeinen Arbeits-markt vermittelt werden. Des Weiteren hat man bei einer Ausschreibung der Arbeits-Agentur den Zuschlag für den Landkreis Calw / Freudenstadt erhalten. Dadurch hat man die Möglichkeit, behinderte Menschen durch individuelle Förderung und Begleitung besser am allgemeinen Arbeitsmarkt zu platzieren.
Geschäftsführerin Andrea Stratmann machte deutlich „unser Oberthema ist: Alles mit Augenmaß“. So wurden in den letzten Monaten alle internen Prozesse auf den Prüfstand gestellt und analysiert, um Kosteneinsparungen vorzunehmen. Auch die jährlichen Sondezahlungen an die behinderten Mitarbeiter wurden im Mai ausgesetzt. Lohnkürzungen gibt es noch nicht, wurden von ihr aber auch nicht ausgeschlossen, da die Löhne stark vom wirtschaftlichen Ergebnis der Werkstätten abhängen. Die Entwicklungen werden monatlich auf den Prüfstand gestellt und danach die erforderlichen Entscheidungen getroffen.
„Die Kunden stehen zu uns“ war ihre Aussage, denn Aufträge wurden keine gekündigt, aber das Auftragsvolumen wurde reduziert. Auch ist man stark damit beschäftigt, neue Aufträge an land zu ziehen, stößt aber in der jetzigen Zeit bei der Akquise an Grenzen.
Aus der Sicht der behinderten Mitarbeiter.
Erstmalig waren auch Vertreter des Werkstattrates an der Bilanzpressekonferenz beteiligt, um die Sicht der behinderten Mitarbeiter vorzutragen. Sabine Reinhardt (Werkstattrat Nagold) und Sabine Holzmann (Werkstattrat Calw) brachten ihre Sicht rüber. Es wurde klar, dass die Krise vor den behinderten Mitarbeitern nicht Halt macht. Viele haben Angst um ihren Arbeitsplatz und auch, ob der Lohn sicher ist, oder ob eventuell Kurzarbeit droht. Unsicher ist man auch, wie es weiter geht, da ein Ende der Krise nicht in Sicht ist. Sabine Reinhardt führte aus: „Da vielen Mitarbeitern es wichtig ist zu arbeiten und zur Zeit nicht immer eine Beschäftigung da ist, ist es schwierig ihnen die Ängste zu nehmen“. Sabine Holzmann sah es ähnlich und führte aus, dass die Zeit mit kreativen Arbeiten gefüllt wird. „Manch einer entdeckt sogar Fähigkeiten, Talente, die sonst im Alltag untergehen – eine ganz neue Erfahrung“.
Landräte betonten ihre Solidarität
Für die Landräte Köblitz und Bernhard war klar, dass die Krise an der Zusammenarbeit mit der GWW nichts ändert, da die GWW der wichtigste Partner in der Behindertenhilfe ist. So fließen im LK Calw 6.3 Mio. ca. 19 Mio. Euro in die Arbeit der GWW und im LK Böblingen sind es 11 Mio. von insgesamt 45 Mio. Euro. Auch sie betonten, dass es für die behinderten Menschen keinen Grund gibt, sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz zu machen. LR Köblitz erinnerte auch daran, dass es in den zurückliegenden Jahren „recht gut gelaufen ist“. Die hohen Löhne der GWW kommen auch daher, dass es sich hier um keine Beschäftigungstherapie, sondern echte Erwerbsarbeit handelt und so „die Menschen in einem hohen Maße selbst mit beitragen“. Landrat Bernhard wollte dazu selbst nicht mehr viel sagen, denn „es passt kein Blatt dazwischen, zudem was Sie gesagt haben.
Zukunftsthema: Ältere behinderte Menschen
Zum Schluss kam man noch auf dass Thema der älteren behinderten Menschen, die erst jetzt auf Grund unserer unsäglichen Geschichte in den Focus rücken. Allen beteiligten war klar, dass es hier einen Nachholbedarf gibt und man dieses Thema 2009 in einer konzertierten Aktion gemeinsam angehen möchte.
In seinem Schlusswort betonte LR Bernhard, dass man bei allen negativen Botschaften nicht vergessen darf, „wo wir herkommen und was wir in den letzten 20 Jahren alles erreicht haben“.
Hier können Sie das PDF „Zahlen, Daten, Fakten“ einsehen.
Pressemitteilung GWW
Bilanzpressekonferenz der GWW stand fast ganz im Zeichen der Wirtschaftskrise
Gärtringen, 28.04.2009
Die diesjährige Bilanzpressekonferenz der GWW stand fast ganz im Zeichen der Wirtschaftskrise, denn ein Teil der Aufträge aus den unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen sind eingebrochen. Trotz teilweise starker Auftragsrück-gänge ist die Tagbetreuung der behinderten Mitarbeiter gewährleistet.
Gleich in der Begrüßung betonte Landrat Roland Bernhard, dass die Landkreise den behinderten Menschen „die Stange halten“. „Zahlungen bei der Behindertenhilfe richten sich nicht nach dem Wind“, denn hier hat jeder einzelne einen rechtlichen Anspruch. Diese Aussage war notwendig, denn die Krise macht nicht vor den behinderten Menschen halt und nicht wenige haben Angst um ihren Arbeitsplatz. „Diese Angst ist unbegründet“ betonte Geschäftsführer Rainer Knapp, denn die beiden Aufgabenschwer-punkte Industriekunden und die Betreuung der behinderten Menschen haben keinen direkten Bezug zueinander. Auch ohne Aufträge muss die GWW die Ganztagsbetreuung gewährleisten.
Wirtschaftliche Situation
Hierzu nahm Knapp wie folgt Stellung. Die ersten Anzeichen tauchten im letzten Quartal 2008 auf, als Teilproduktionen für verschiedene Wirtschaftszweige stark eingebrochen sind. So hat man das Wirtschaftsziel für 2008 deutlich verfehlt, aber noch mit einem Plus von 100.000 Euro abgeschlossen. Nach dem bisherigen Verlauf wird man wohl das Jahr 2009 mit einem Verlust abschließen. „Aber wir haben in den vergangenen Jahre ordentlich geschafft“ und Rücklagen gebildet, auf die man jetzt zurückgreifen muss. Dass bei der GWW ordentlich gewirtschaftet wird zeigen auch die Löhne der behinderten Mitarbeiter, welche 2008 im Durchschnitt bei 461 Euro pro Monat lagen und somit weit über dem Bundesdurchschnitt von 146 Euro.
Aber auch positives gibt es von der GWW zu berichten. So konnten trotz Krise sechs Mitarbeiter in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis am allgemeinen Arbeits-markt vermittelt werden. Des Weiteren hat man bei einer Ausschreibung der Arbeits-Agentur den Zuschlag für den Landkreis Calw / Freudenstadt erhalten. Dadurch hat man die Möglichkeit, behinderte Menschen durch individuelle Förderung und Begleitung besser am allgemeinen Arbeitsmarkt zu platzieren.
Geschäftsführerin Andrea Stratmann machte deutlich „unser Oberthema ist: Alles mit Augenmaß“. So wurden in den letzten Monaten alle internen Prozesse auf den Prüfstand gestellt und analysiert, um Kosteneinsparungen vorzunehmen. Auch die jährlichen Sondezahlungen an die behinderten Mitarbeiter wurden im Mai ausgesetzt. Lohnkürzungen gibt es noch nicht, wurden von ihr aber auch nicht ausgeschlossen, da die Löhne stark vom wirtschaftlichen Ergebnis der Werkstätten abhängen. Die Entwicklungen werden monatlich auf den Prüfstand gestellt und danach die erforderlichen Entscheidungen getroffen.
„Die Kunden stehen zu uns“ war ihre Aussage, denn Aufträge wurden keine gekündigt, aber das Auftragsvolumen wurde reduziert. Auch ist man stark damit beschäftigt, neue Aufträge an land zu ziehen, stößt aber in der jetzigen Zeit bei der Akquise an Grenzen.
Aus der Sicht der behinderten Mitarbeiter.
Erstmalig waren auch Vertreter des Werkstattrates an der Bilanzpressekonferenz beteiligt, um die Sicht der behinderten Mitarbeiter vorzutragen. Sabine Reinhardt (Werkstattrat Nagold) und Sabine Holzmann (Werkstattrat Calw) brachten ihre Sicht rüber. Es wurde klar, dass die Krise vor den behinderten Mitarbeitern nicht Halt macht. Viele haben Angst um ihren Arbeitsplatz und auch, ob der Lohn sicher ist, oder ob eventuell Kurzarbeit droht. Unsicher ist man auch, wie es weiter geht, da ein Ende der Krise nicht in Sicht ist. Sabine Reinhardt führte aus: „Da vielen Mitarbeitern es wichtig ist zu arbeiten und zur Zeit nicht immer eine Beschäftigung da ist, ist es schwierig ihnen die Ängste zu nehmen“. Sabine Holzmann sah es ähnlich und führte aus, dass die Zeit mit kreativen Arbeiten gefüllt wird. „Manch einer entdeckt sogar Fähigkeiten, Talente, die sonst im Alltag untergehen – eine ganz neue Erfahrung“.
Landräte betonten ihre Solidarität
Für die Landräte Köblitz und Bernhard war klar, dass die Krise an der Zusammenarbeit mit der GWW nichts ändert, da die GWW der wichtigste Partner in der Behindertenhilfe ist. So fließen im LK Calw 6.3 Mio. ca. 19 Mio. Euro in die Arbeit der GWW und im LK Böblingen sind es 11 Mio. von insgesamt 45 Mio. Euro. Auch sie betonten, dass es für die behinderten Menschen keinen Grund gibt, sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz zu machen. LR Köblitz erinnerte auch daran, dass es in den zurückliegenden Jahren „recht gut gelaufen ist“. Die hohen Löhne der GWW kommen auch daher, dass es sich hier um keine Beschäftigungstherapie, sondern echte Erwerbsarbeit handelt und so „die Menschen in einem hohen Maße selbst mit beitragen“. Landrat Bernhard wollte dazu selbst nicht mehr viel sagen, denn „es passt kein Blatt dazwischen, zudem was Sie gesagt haben.
Zukunftsthema: Ältere behinderte Menschen
Zum Schluss kam man noch auf dass Thema der älteren behinderten Menschen, die erst jetzt auf Grund unserer unsäglichen Geschichte in den Focus rücken. Allen beteiligten war klar, dass es hier einen Nachholbedarf gibt und man dieses Thema 2009 in einer konzertierten Aktion gemeinsam angehen möchte.
In seinem Schlusswort betonte LR Bernhard, dass man bei allen negativen Botschaften nicht vergessen darf, „wo wir herkommen und was wir in den letzten 20 Jahren alles erreicht haben“.
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Seite zuletzt geändert am: 27.01.2010
