PM_03.2008

[08.04.2008] PM_03.2008


Pressemitteilung GWW

GWW präsentiert sich auf der Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2007. Die Landräte zeigen sich über das Ergebnis erfreut.


Gärtringen, den 08.04.2008

Die Landräte Bernhard Maier (Landkreis Böblingen) und Hans-Werner Köblitz (Landkreis Calw) äußerten sich positiv über die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der GWW im Rahmen der Behindertenhilfe. Geschäftsführer Rainer Knapp differenzierte in seinem Bericht das Jahresergebnis, denn „trotz guter Zusammenarbeit, war 2007 kein einfaches Jahr für die GWW“. Hervorgerufen durch hohen Investitionen bei der Festzeltgarniturfertigung und den erhöhten Anlaufkosten.

Das Geschäftsjahr wurde mit einer Bilanzsumme von 56,0 Mio. €, einen Gesamtertrag 38,6 Mio. €, sowie 25,9 Mio. € Ertrag im Werkstättenbereich, davon 15,7 Mio. € Nettoergebnis der Werkstätten und 9,8 Mio. € an Leistungsentgelten abgeschlossen. Besonders die hohen Investitionen von 8,6 Mio. € schlugen besonders durch das Projekt „Festzeltgarnituren“ zu Buche. Durch entsprechende Maßnahmen und kundenorientierte Aktivitäten (Messestand auf der Motek, Kundentag in Calw und die Hausmesse für die Daimler AG) konnte die Auftragsstruktur stabilisiert werden. Denn noch immer sind die Werkstätten auf Wachstumskurs, denn die jährlich Zuwachsrate liegt bei etwa 3%, was ca. 25 bis 30 neue Mitarbeiter bedeutet, für die neue Aufträge von ca. 2000 Produktionsstunden beschafft werden müssen.

Eine neue Herausforderung ist auch die adäquate Versorgung alt gewordener behinderter Menschen. Auf Grund der Euthanasie im Dritten Reich fehlt hier die entsprechende Erfahrung. Mit diesem Thema hat man sich im vergangenen Jahr intensiver beschäftigt und will 2008 die entsprechenden Antworten erarbeiten. Knapp weiter: „Es ist schön, dass behinderte Menschen alt werden dürfen, aber es muß auch organisiert und bezahlt werden“. Hier sind alle Beteiligten noch etwas unsicher, was zum Beispiel die Pflegebedürftigkeit oder andere noch offenen Fragen betrifft.

Aus beiden Situationen ergibt sich auch ein erhöhter Wohnbedarf, welcher aber nicht automatisch in mehr Wohnheimplätzen münden muß. Menschen mit Behinderung haben auch ihre Vorstellungen vom individuellen Wohnen und denken eher an eine eigene Wohnung oder eine Wohngemeinschaft, wie sie nach dem Umbau in der Herrenberger Marienstraße geschaffen wurde.

Einen weiteren Baustein sieht Knapp im bürgerschaftlichem Engagement und Ehrenamt. Hierzu hat man eigens eine neue Stelle geschaffen, welche die Verbindung von GWW und kommunaler Struktur herstellen soll, damit hieraus eine dauerhaft tragende Verbindung entsteht. Einigkeit besteht darin, dass die Grundversorgung von der Behindertenhilfe abgedeckt wird. Der GWW geht es nicht darum, mit Ehrenamtlichen Geld einzusparen, sondern um zusätzliche Angebote machen zu können. Individuelle Dinge, wie zum Beispiel der Besuch im Hallenbad, kann so durch ehrenamtliches Engagement ermöglicht werden.

Menschen mit Behinderung haben einen Anspruch auf zwei Jahre Bildung, welche von der Arbeitsagentur gefördert werden. Hier wird im Berufsbildungsbereich, welcher bei der GWW kein Teil der Werkstatt ist, durch entsprechende Begleitpläne genau hingeschaut und nach den individuellen Bedürfnissen ausgebildet. „Mit einer Begleitplanung wird jeder dauerhaft im Auge behalten“ führte Andrea Stratmann stellvertretende Geschäftsführerin aus, denn auch ein „Spätzünder“ soll nicht durch die Maschen fallen.

Die Landräte Maier und Köblitz bescheinigten der GWW, dass sie immer kundenorientiert agiert und in der Lage ist, neue Entwicklungen zu erkennen und darauf zu reagieren. Auch wäre die GWW immer bereit, die besten aus den Werkstätten zu entlassen – zu FEMOS oder auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. „Dies ist nicht selbstverständlich“ meinte Landrat Köblitz.


Anhang:

Zahlen-Daten-Fakten
Geschäftsbericht 2007
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